Damit aus der Vorfreude keine Enttäuschung wird, solltest du diesen Moment bewusst und Schritt für Schritt angehen. Das beginnt schon vor dem eigentlichen Start. Zunächst wählst du einen geeigneten Ort. Am besten ist eine große, freie Wiese ohne Menschen, Tiere oder Hindernisse wie Bäume und Stromleitungen. Asphalt oder Beton sind nicht ideal, weil harte Landungen deinem Copter oder den Propellern schaden können. Bevor du die Drohne scharf schaltest, überprüfst du noch einmal sorgfältig, ob alles korrekt angeschlossen ist. Sitzen die Propeller fest und in der richtigen Drehrichtung? Ist der Akku sicher befestigt? Auch ein kurzer Blick auf den Flight Controller im Betaflight Konfigurator lohnt sich: sind deine Einstellungen für Funksignal, Flugmodi und Failsafe aktiv? Nur so kannst du sicher sein, dass der Copter reagiert, wie du es erwartest. Dann kommt der Moment, in dem du den Akku einsteckst. Lege deine Drohne dazu auf einen ebenen Untergrund, damit die Gyrosensoren korrekt kalibrieren können. Nach dem typischen Start-Ton deiner Elektronik siehst du, ob der Empfänger und das OSD eine saubere Verbindung haben. Besonders wichtig: der Arm-Switch. Erst wenn du diesen betätigst und sich der Gas-Stick ganz unten befindet, werden die Motoren aktiviert und sollten sich dann gleichmäßig auf niedriger Drehzahl drehen. Wenn einer stockt oder gar nicht läuft, brich den Start ab und kontrolliere die Verkabelung. Laufen alle Motoren sauber an, bewege den Pitch- und Roll-Stick leicht in alle Richtung und prüfe, ob die Drohne sich auch so bewegt wie sie soll. Für den ersten Abhebeversuch solltest du immer den Angle-Mode aktiviert haben. So bleibt deine Drohne stabilisiert und kippt nicht sofort weg, wenn du zu stark am Stick ziehst. Erhöhe das Gas langsam und gleichmäßig, bis sich die Drohne einige Zentimeter vom Boden löst. Versuche nicht sofort, weite Manöver zu fliegen, sondern halte sie nur in Bodennähe schwebend. Das gibt dir ein Gefühl für die Steuerung und die Reaktionen der Drohne. Spürst du ein leichtes Driften, kannst du das mit den Sticks korrigieren – kleinere Abweichungen sind normal, da kein Copter absolut perfekt „auf der Stelle“ bleibt. Ganz wichtig ist auch, dass du die Notfallfunktionen gleich beim ersten Flug ausprobierst. Schalte den Beeper kurz an, um zu sehen, ob er funktioniert, falls die Drohne einmal im Gras verschwindet. Teste außerdem den Failsafe, indem du den Sender vorsichtig ausschaltest, während die Drohne noch am Boden steht. So weißt du sicher, dass sie im Ernstfall die Motoren stoppt. Nach diesem ersten Schweben kannst du die Drohne wieder sanft landen. Am besten gehst du dafür leicht vom Gas, bis sie sich 4-5cm über dem Boden befindet und disarmst dann sofort die Motoren. Bewege nach dem Disarmen den Gas-Stick nach oben, damit ein versehentliches Betätigen des Arm-Schalters die Motoren nicht einschaltet und ziehe anschließend den Akku ab. Wenn alles gut funktioniert hat, wiederhole diesen Ablauf mehrmals. Mit jedem Versuch wirst du dich sicherer fühlen. Erst wenn du das Schweben im Angle-Mode problemlos beherrschst, kannst du dich an größere Höhen, leichte Vorwärtsbewegungen oder auch den Acro-Mode wagen.